In der aktuellen GAIA-Ausgabe widmet sich eine Special Section dem Thema "Context-sensitive design of transdisciplinary research through formats and methods". Besonders schön: Viele der Autor*innen und Gastherausgeber*innen kommen aus dem GTPF-Netzwerk.
In der aktuellen Ausgabe der GAIA - Ecological Perspectives for Science and Society (35/3, 2026) gibt es erneut eine Special Section zum Thema „Frontiers in transdisciplinary and participatory research". Die Special Section zeigt eindrucksvoll, was in unserer Community entsteht: Viele Beiträge sind aus der Arbeit der tdAcademy, der GTPF und ihrer Arbeitsgruppen hervorgegangen.
Die zweite Special Section widmet sich dem Thema "Context-sensitive design of transdisciplinary research through formats and methods."; also der Frage, wie Formate und Methoden transdisziplinärer (TD) Forschung auf ihren jeweiligen Kontext abgestimmt werden können. Ausgangspunkt ist die Erkenntnis, dass TD-Forschung stets in innere, äußere sowie raum-zeitliche Kontexte eingebettet ist und typische Barrieren – etwa begrenzte Ressourcen, Kommunikationsprobleme, institutionelle Rahmenbedingungen oder unterschiedliche Erwartungen von Wissenschaft und Praxis – eine kontextsensitive Auswahl von Formaten und Methoden erfordern. Herausgegeben wurde die Special Section von Daniel Lang, Alexandra Lux, Martina Schäfer und Melanie Mbah.
Hier ein kurzer Umriss:
- Im einleitenden Beitrag „Context-sensitive design of transdisciplinary research" beleuchten Melanie Mbah, Bettina Brohmann, Nina Maria Frölich, Christine Hobelsberger, Wiebke Rössig und Annika Weiser, wie unterschiedliche Kontexte die Wahl von Formaten und Methoden prägen, und stellen das Konzept der „transdisziplinären Literalität" als Schlüssel zur Überwindung von Kollaborationsbarrieren vor.
- Im Paper „Arts-based methods in transdisciplinary research: Towards a conceptual framework" entwickeln Iris Mencke, Florian Dirk Schneider und Lena Theiler ein konzeptionelles Rahmenwerk für künstlerische Methoden (ABM) entlang von vier Dimensionen (körperliches Involvement, künstlerische Rollen, Projektphasen und künstlerische Medien) und veranschaulichen dieses an zwei Beispielen aus einem TD-Forschungsprojekt.
- „Mobilizing context" von Britta Acksel, Julie Sascia Mewes und Desirée Hetzel plädiert – ausgehend von Konzepten aus Anthropologie und Science and Technology Studies wie situiertem Wissen, Reibung und partiellen Verbindungen – für ein dynamisches, konstitutives statt statisches Verständnis von Kontext in der TD-Forschung.
- Silke Kleihauer, Bettina Brohmann und Helena Müller analysieren in „Interdisziplinäre Integrationsprozesse in transdisziplinären Projekten" anhand eines Hochschulprojekts fördernde und hemmende Faktoren interdisziplinärer Integration und leiten daraus Empfehlungen für Hochschulen und Forschungsteams ab.
- Melanie Mbah, Bettina Brohmann, Julia Backhaus, Sebastian Rogga und Regina Rhodius (Autor*innen der AG Formate, Methoden und Kontexte der GTPF) stellen mit „Ein Beispiel für die kontextsensitive Methodenwahl im Format Reallabor" eine Übersicht zur Auswahl und Kombination von Methoden im Reallabor-Format vor.
- Im Reflection Guide „Interfaces between context and formats and methods in transdisciplinary research" stellen Frölich et al. Reflexionsfragen zur Schnittstelle Formate/Methoden und Kontext für Teams und Organisationen in transdisziplinären Forschungsprojekten vor.
Die vollständige Ausgabe ist hier zu lesen.